|
GIESSEN (fm). Unter der Überschrift "Politik im Blick - Klappe die zweite!" wird ein völlig neues Internetprojekt für Schüler von sechs Stadt- und zwei Kreisschulen wiederholt. "Es läuft über alle Erwartungen gut", sagte Bundestagsvizepräsident Dr. Hermann Otto Solms bei der Präsentation.
Im Frühjahr letzten Jahres setzte Solms, den die Frage umtrieb, wie Schüler außerhalb des Klassenzimmers für Politik interessiert werden könnten, etwas Neuartiges und absolut Zeitgemäßes in die Tat um. Auf einer eigens für das Projekt entwickelten Internetplattform debattierten die Jugendlichen von sechs Gießener Schulen acht Wochen lang intensiv und engagiert über politische Themen. Insgesamt wurden 1700 Beiträge für dieses neuartige Forum verfasst. Neben der August-Hermann-Francke-Schule, der Gesamtschule Gießen-Ost, der Herderschule, dem Landgraf-Ludwigs-Gymnasium, der Liebigschule und der Ricarda-Huch-Schule beteiligen sich diesmal auch die Dietrich-Bonhoeffer-Schule Lich und die Theo-Koch-Schule Grünberg mit zusammen 280 Schülerinnen und Schülern an "Politik im Blick - Schüler diskutieren mit". Solms verfolgt die Meinungsäußerungen, schreibt Beiträge "auf der gleichen Ebene" und gibt Tipps zu weiteren Überlegungen. In der Rolle des Vizepräsidenten macht er das nach eigener Aussage "parteipolitisch völlig neutral". Auf das Diskussionsforum auf der Projekthomepage folgt nach den Weihnachtsferien das "Virtuelle Parlament". Dabei bekommen die Schüler ein Rollenprofil zugeteilt, werden in fiktive Fraktionen eingeteilt und müssen sich in diesem Planspiel als Abgeordnete behaupten. Das Internetprojekt endet mit einer ganztägigen Abschlussveranstaltung am 27. Januar 2009 in der Aula der Justus-Liebig-Universität, wo die Schüler an einem fiktiven Gesetzgebungsprozess teilnehmen und den Arbeitstag eines Abgeordneten realitätsnah am eigenen Leib erleben können. "Die Schüler sind hoch motiviert", berichten Jaqueline Gorman, Christine Arendt und Mirko Peitz von der Herderschule. Nach einem Anstoß im Unterricht werde die Sache zu einem "Selbstläufer mit Suchtpotenzial". "Erkennbar ist, dass die Schüler nach dem Projekt ein aktives Interesse an Politik zeigen", stellt Martin Bromm von der Liebigschule fest. Schüler, die sich auf der Internetplattform das Thema Rechtsradikalismus debattieren vorgenommen haben, hätten "einen ganz anderen Bezug zum Nationalsozialismus", sagt Jens Zeiler von der Dietrich-Bonhoeffer-Schule. Seine Kollegin Edith Eckert freut es besonders, dass die von ihr betreuten Realschüler ihre anfängliche Scheu vor dem Medium verloren haben und längst eifrig mitdiskutieren.
www.politik-im-blick.de |